“Eine Marke setzt sich aus einem Zeichen, Farben und einer Schrift zusammen. Für uns bei Helden & Mayglöckchen ist die Farbe einer der wichtigsten visuellen Faktor in der Entwicklung einer Markenidentität.”

Die Lieblingsfarbe der Deutschen ist das Blau (laut der Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach von 2014). Blau ist Sicherheit, Blau ist neutral, Blau ist der Himmel und blaue Augen sind für viele schön.

Aber welche Farbe passt zu Ihrer Marke?

Nicht Farben. Farbe!

Wenn wir die Markenwelt betrachten fällt immer nur eine Farbe stellvertretend für eine Marke auf: Telekom? Post? Coca-Cola? H&M? Sofort sehen wir vor unserem inneren Auge Pink, Gelb und zweimal Rot. Jeweils die Primärfarben. Das Grau der Telekom, das Schwarz der Post und das Weiß von Coca-Cola treten als Zweitfarben in den Hintergrund. Wie ist es bei Aldi, Lidl und z.B. Penny? Auch visualisieren wir zuerst eine Farbe, obwohl die Logos aus mehreren starken Farben bestehen.

Daher: eine Farbe gibt den Ton an!

Die Farbe hat eine Aufgabe!

Farben sind schön. Aber sie übernehmen auch Aufgaben. Farben haben für uns eine Bedeutung und wecken Emotionen und bedienen Werte. Wenn wir also nach einer Farbe fragen, müssen wir uns erst nach den Werten und Gefühlen fragen, die unsere Marke hervorrufen soll. Auf dem Feld der Farbpsychologie gibt es viele Studien, die sich mit der Zeit wenig ändern. Sie werden eher ergänzt und an die Zeit angepasst.

Generell kann man sagen, dass wir nach warmen und kalten Farben unterscheiden und Farben mit Gelerntem, Institutionen, Instinkten und auch Marken belegen:

  • Blau: kühl, Himmel, zuverlässig, technisch, neutral….
  • Rot: warm, Feuer, aktiv….
  • Grün: natürlich, Natur, Hoffnung, Umweltschutz…
  • Gelb: hell, Sonne, Glück, preiswert, naiv …
  • Weiß: unschuldig, Schnee, rein, kalt, klar, edel…

Da jede Farbe nun auch noch in kalte und warme Töne aufteilen ergeben sich Varianten: kühles Rot, warmes Rot, erdiges Rot….

Markenstrategie und Farbwahl

Farben haben nicht nur einen „dekorativen“ und psychologischen Aspekt. Sie sind ein wichtiger Teil der Markenstrategie.

Aber bleiben wir beim Beispiel aus der bekannten Markenwelt. Die Deutsche Telekom AG: Vor 1989 waren unsere Telefonzellen und Telefonbücher gelb und schwarz. Post und Telefon waren ein Staatsbetrieb und Monopol. Nach der ersten Postreform 1989 wurde die Deutsche Bundespost Telekom aus dem Staatsbetrieb ausgegliedert und grau: das neue öffentliches Unternehmen wurde die „graue Post“. Die Telefonzellen blieben jedoch gelb.

Mit der Privatisierung als Deutsche Telekom AG war das erklärte Markenziel 1995 „der alte Zopf muss ab!“. Man wollte modern wirken, sich von alten Vorurteilen lösen und nicht mehr mit der Post identifiziert werden. Die Zielgruppe war die ganze Nation (also sehr vielfältig und die internationale Konkurrenz bewegte sich in den jeweiligen Nationalfarben wie blau und rot. So entschied man sich für die Farbe Magenta. Ein Schock für die Nation: Magenta fällt auf, Magenta ist modern, Magenta ist laut und schnell, Magenta ist jung und künstlich (technisch?), Magenta ist preiswert usw. Seit 1995 haben sich viele Änderungen in der Marken- bzw. Produktstrategie ergeben. Magenta ist nicht nur geblieben, sondern nun auch Produkt geworden.

Deshalb sollte man sich folgende Fragen für eine Farbwahl stellen:

  • Was sind meine Markenziele?
  • Passt diese Farbe zur Zielgruppe?
  • Welche Emotionen soll meine Marke hervorrufen?
  • Mit welchen Farben arbeitet die Konkurrenz?
  • Wie sieht meine Markenvision aus?
  • Bei kleinen Unternehmen: fühle ich mich mit der Farbe gut?

Farbpsychologie ist wichtig, aber nicht alles!

Farben haben für uns eine Bedeutung und wecken Emotionen. Passen diese Gefühle zur Marke? Auf dem Feld der Farbpsychologie gibt es viele Studien, die sich auch international unterscheiden.

Grundlegend kann man sagen, dass wir nach warmen und kalten Farben unterscheiden und Farben mit gelerntem, Institutionen, Instinkten und Marken belegen:

  • Blau: neutral, Himmel, ewig, zuverlässig, technisch, männlich, neutral….
  • Rot: warm, Feuer, aktiv….
  • Grün: natürlich, Natur, Hoffnung, Umweltschutz…
  • Gelb: Sonne, Glück, preiswert, hell usw.
  • Weiß: unschuldig, Schnee, rein, kalt, klar, edel

Da jede Farbe nun auch noch in kalte und warme Töne aufgeteilt werden kann ergeben sich auch schon wieder Varianten.

Von der Farbe zur Farbpalette

Wurde eine Hauptfarbe (Primärfarbe) gewählt werden im zweiten Schritt die unterstützenden Farben gewählt. Die Sekundärfarben präzisieren die Primärfarbe. Bei unserem Beispiel Telekom wurde zur aktiven Farbe Magenta ein neutrales Grau hinzugefügt. Es reduziert die Wucht der Primärfarbe und hat einen Bezug zur Vergangenheit. Grau ist die beliebteste Sekundärfarbe, da es relativiert.

Nun haben wir zwei Farben. Für Grafiken, PowerPoint-Folien, Broschüren und das Web werden aber oft mehrere Farben benötigt. Wählen Sie also Farben, die sich im Farbspektrum der Markenfarben bewegen. Soll die Primärfarbe weiterhin im Zentrum stehen? Dann wählen Sie am besten eher gedeckte Farben. Ist die Markenanmutung eher leicht und verspielt? Dann ist die Farbpalette eher im Pastellbereich zu finden.

Zum Schluss: alles bleibt im Fluss

Farbe ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Markenidentität. Ihre Farbe soll eine Verbindung zum Publikum aufbauen, Markengefühle darstellen und Ihre Marke von der Konkurrenz abheben. Eine Marke wird dann stark, wenn die Identität wächst. So gesetzt eine Markenfarbe ist: gemeinsam mit der Farbpalette haben Sie unglaublich viele Möglichkeiten Ihre Markengeschichte in der Zukunft zu beeinflussen.

Also: ran an die Farben!!!